Besitzer eines iPhones haben gleich mehrere Möglichkeiten ein verloren gegangenes oder gestohlenes Gerät zu orten. Apple bietet umfangreiche Möglichkeiten, ganz ohne Zubehör oder zusätzliche Kosten, nicht nur ein iPhone sondern sämtliche smarten Apple Geräte zu orten. Dies ist ein großer Vorteil, wenn man bereits in das sogenannte "Apple Ökosystem" investiert hat. Ein großer Vorteil gegenüber Android Usern.

1 Warum ein iPhone orten

Die üblichen, persönlichen Gründe ein iPhone zu orten sind:

  • das iPhone ging verloren
  • das iPhone wurde gestohlen
  • Familienmitglieder oder Freunde orten

iPhones sind teuer und damit ist ein Verlust, egal ob durch Ungeschick oder Diebstahl, gleichermaßen ärgerlich wie finanziell belastend. Funktionen wie "Freunde finden" und "Wo ist?", bieten die Möglichkeit Freunde oder auch Familienmitglieder, nach deren Einverständnis, über die Position des iPhones zu lokalisieren. Auch weitere Apple Gadgets wie die Airpods, iPads und MacBooks lassen sich so lokalisieren.

2 Welche Möglichkeiten gibt es

2.1 iPhone von Freunden und Familienmitgliedern orten

Eine rechtlich unbedenkliche, da auf Einverständnis der teilnehmenden Personen basierend, Möglichkeit fremde iPhones zu orten, ist die App "Meine Freunde suchen". Eine praktische Art über die Position von Familienmitgliedern, Freunden sowie Kindern und Partnern stets informiert zu bleiben.

So geht man vor:

Die App "Meine Freunde suchen" - falls nicht vorhanden - aus dem Appstore installieren. Die App öffnen, anschließend innerhalb der App auf "Hinzufügen" gehen. Über die Direktauswahl, oder die E-Mailadresse können nun Freunde hinzugefügt werden, dessen Standort man dann - nach Einverständnis - verfolgen kann. Alle ausgewählten Personen werden über dies informiert und aufgefordert, wenn nicht vorhanden, auch die App zu installieren. Jeder kann jederzeit seine Zustimmung wieder zurückziehen. Weitere Infos bei Apple.

Ab iOS Version 13 kann man diese Funktion über die "Wo ist?" App nutzen. Diese bietet viel mehr Funktionen und Einstellmöglichkeiten als es "Meine Freunde suchen" je konnte. Weitere Infos bei Apple.

Die Ortungsergebnisse fallen bis auf wenige Meter genau aus, da auch GPS und wo vorhanden WLAN zur Standortbestimmung genutzt wird.

2.2 iPhone orten mit iOS und iCloud

Mit "Mein iPhone suchen" haben iPhone Besitzer ein mächtiges Mittel an der Hand im Notfall ihr iPhone nicht zur zu lokalisieren, sondern auch die persönlichen Inhalte darauf zu löschen oder zu sperren. Mit nur ein paar wenigen Handgriffen ist man so für den Fall der fälle gewappnet - ganz ohne Software von Drittherstellern.

So geht man vor:

iOS 12 und älter: Einstellungen ->Apple-ID (erstes Tab) ->iCloud ->Mein iPhone suchen -> aktivieren

Weitere Infos gibt's direkt bei Apple.

In iOS 13 und neueren Versionen funktioniert es etwas anders:
Einstellungen ->Name ->Wo ist? ->Mein Gerät suchen

Die App "Wo ist?" bietet weit mehr Möglichkeiten sämtliche Apple Geräte die man besitzt zu lokalisieren. Weitere Infos bei Apple.

Die Ortungsergebnisse fallen bis auf wenige Meter genau aus, da auch GPS und WLAN zur Standortbestimmung genutzt werden.

2.3 iPhone orten mit Apps von Drittherstellern

Es gibt einige Apps von Drittherstellern, die eine Vielzahl an Optionen bieten, ein verlorengegangenes iPhone zu orten, oder aber auch bei Diebstahl zum Beispiel die Daten zu verschlüsseln. Wichtig ist aber, dass diese Apps bereits vor dem Eintreten eines Verlustes installiert und konfiguriert werden müssen. Inzwischen bietet iOS selbst aber eine vergleichbare Fülle an Funktionen an.

So geht man vor:
Im Appstore nach Sicherheitsapps wie "avast Mobile Security", "F-Secure Anti-Theft" und "Lookout Security & Antivirus" suchen, diese installieren und den Bildschirmanweisungen folgen. Ob diese Apps einen zusätzlichen Nutzen zu den ohnehin in iOS verfügbaren Methoden zur Ortung und Sicherung des eigenen iPhones bieten, muss man für sich selbst entscheiden.

Die Ortungsergebnisse fallen bis auf wenige Meter genau aus, da auch GPS zur Standortbestimmung genutzt wird.

2.4 iPhone über den Netzbetreiber/Mobilfunkanbieter orten lassen

Mobilfunkanbieter verfügen über die Möglichkeit ein iPhone zu orten und machen dies auf Anfrage gegen eine kleine Gebühr üblicherweise auch. Jedes Mobiltelefon, welches über die GSM Technologie verfügt, wird ohnehin mehr oder weniger genau, permanent vom Mobilfunkbetreiber geortet, da dieses sich in die jeweilige Funkzelle einwählen muss. Je mehr Funkzellen es in der Nähe gibt, zum Beispiel in einer Stadt, desto genauer kann der Mobilfunkbetreiber auf Anfrage das iPhone orten. Meist findet sich diese Option auf der jeweiligen Webseite der Anbieter im Servicebereich.

So geht man vor:
Auf der Webseite des Mobilfunkanbieters im Service Bereich nach der Ortungsoption suchen. Notfalls direkt den Support kontaktieren, entweder telefonisch, via Kontaktformular oder per E-Mail. Auch die Servicemitarbeiter in den jeweiligen Shops wissen meist gut Bescheid. Die Ortung wird relativ genau ausfallen.

2.5 iPhone über einen externen Anbieter orten lassen

Im Internet finden sich recht viele Anbieter zur Handyortung. Eine simple Suche nach dem Begriff fördert eine große Anzahl von Treffern zu Tage. Die meisten Anbieter verlangen die Registrierung über ein Kundenkonto, im Zuge dessen wird die Einverständnis zum Ortungsauftrag erteilt. Die meisten Ortungen schlagen mit ca. 49 bis 99 Cent zu Buche. Viele Anbieter bieten auch eine monatliche Flatrate, um die 10 Euro, an - sollte man öfter Ortungsanfragen stellen wollen. Wichtig ist: Nur das eigene iPhone zu orten ist zulässig. Anderslautende Angebote oder fehlende Einverständniserklärungen sind unseriös.

So geht man vor:
In der Suchmaschine Nach "Handyortung" oder "iPhone orten" suchen und aufmerksam die Angebote der Anbieter studieren. Nur zu seriösen Anbietern greifen. Angebote wie "Wissen was der Partner macht" sollten gemieden werden. Ist man erst einmal registriert, muss man nur noch den Anweisungen folgen und die Ortung wird meist umgehend durchgeführt. Die Genauigkeit der Ergebnisse variiert hier stark zwischen den Anbietern, abhängig davon, welche Technologien zum Einsatz kommen. Eine einfache Funkzellenortung über die Cell-ID, wie sie ohnehin jedem Mobilfunkbetreiber bekannt ist, ist meist nur auf einige Kilometer genau. Durch Triangulation mehrerer GSM Stationen kann die Genauigkeit auf einige hundert Meter verbessert werden. Die genaueste Lokalisierung gelingt über die GPS Funktion - dazu muss aber meist irgendeine Form von Verbindung oder Kontrolle (wie zum Beispiel bei der Ortung über iCloud) zum iPhone bestehen.

3 Wer darf ein iPhone orten?

3.1 Der Besitzer/die Besitzerin des eigenen Gerätes

Wenn man selbst der Besitzer eines verlorengegangenen iPhones ist, kann man es natürlich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen zu orten - ohne Einschränkung. Beauftragt man Dritte mit der Ortung des eigenen iPhones, so muss man eine Einverständniserklärung unterzeichnen. Dies kann auch auf digitalem Wege über E-Mail oder SMS erfolgen. Ortungsangebote ohne vorherige Einverständniserklärung sind unseriös und werden am besten gemieden.

3.2 Eltern, Erziehungsberechtigte, Familienmitglieder, Partner und Freunde - nur mit Einverständniserklärung

Nutzt man zum Beispiel die "Freunde finden" Funktion des iPhones, oder eine Familien-App eines Drittherstellers, um zum Beispiel die Position der Kinder im Auge zu behalten oder um Freunde und Partner zu lokalisieren, so erfolgt das immer über eine Einverständniserklärung. In den meisten Apps werden die Personen die untereinander ihre Positionsdaten teilen wollen "eingeladen" und die entsprechenden Daten erst nach einer konkreten Zustimmung ersichtlich. Bitte beachten Sie, dass auch Kinder ihren Eltern gegenüber, die solche Maßnahmen ergreifen, ihr Einverständnis abgeben müssen.

3.3 Ortungsauftragnehmer - nur mit Einverständniserklärung, nur das eigene iPhone

Ein Ortungsauftragnehmer kann zum Beispiel der Mobilfunkbetreiber, oder auch einer von vielen Anbietern im Internet sein. Rechtlich gesehen ist es nur zulässig sein eigenes Mobiltelefon orten zu lassen. Gibt es von Seiten der Auftragnehmer keinerlei Form von Erklärung der zugestimmt werden muss, sollte man besser von diesem offensichtlich unseriösen Angeboten Abstand nehmen. Mobilfunkbetreiber bieten diesen Service üblicherweise rechtskonform auf Anfrage, gegen eine kleine Gebühr an.

3.4 Die Polizei/die Behörden

Auch wenn das iPhone aufgrund einer Straftat verloren wurde, zum Beispiel aufgrund eines Diebstahles, so kann die Polizei zwar eine Verlust- oder Diebstahlsanzeige aufnehmen, sie ist jedoch nicht dazu berechtigt das iPhone zu orten. Hier ist man selbst gefragt, um auf eine der vorhin beschriebenen Möglichkeiten zurückzugreifen. Zum Glück ist man gerade als iPhone Besitzer für solche Fälle gut vorbereitet - wenn man rechtzeitig alle dafür nötigen Vorbereitungen und Einstellungen getroffen hat. Resultate der selbst durchgeführten Ortung können und sollen natürlich der Polizei zu Ermittlungszwecken zur Verfügung gestellt werden. In vielen Fällen ist so eine rasche Auffindung des iPhones möglich.

Eigenmächtig kann die Polizei ein fremdes Mobiltelefon nur im Zusammenhang mit Straftatermittlungen bezüglich eines Verbrechens orten. Liegt keine solche Ausnahme vor, müssen sich auch Behörden an geltende Datenschutzregeln und das Telekommunikationsgesetz halten.

4 iPhone orten Vor- und Nachteile

Gerade mit einem iPhone ist man leicht Ziel von Dieben, aber zum Glück sind die Möglichkeiten die man hat, sein iPhone wieder zu finden, vergleichsweise umfangreich und einfach zu verstehen.

4.1 Vorteile

  • zusätzlicher Schutz bei Verlust oder Diebstahl
  • zusätzliche Sicherheit für Familienmitglieder, Kinder, Partner
  • im Notfall kann schnell geholfen werden
  • zahlreiche Möglichkeiten auch ohne Zusatzsoftware sein iPhone wieder zu finden
  • auch andere Apple-Geräte können zentral über iOS geortet werden
  • einfache Konfiguration aller vorbereitenden Schutzmaßnahmen direkt in iOS

4.2 Nachteile

  • heimliche Ortung von iPhones durch Dritte ist potentiell immer möglich
  • auch Hackern sind Positionsdaten potentiell immer zugänglich
  • Genauigkeit von vielen externen Faktoren wie Signalstärke, Dichte der GSM Stationen etc. abhängig
  • ist der Akku völlig entladen wird eine Ortung ab dem Zeitpunkt wo sich das iPhone ausgeschaltet hat sehr schwierig

Die Nachteile die sich durch die Nutzung von Positionsdaten ergeben, sind potentielle Gefahren, die sich nicht speziell auf das iPhone beschränken und auch nicht unbedingt zu tragen kommen, sondern mit jeglicher Datennutzung im Internet und über drahtlose Netzwerke einher gehen.